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Dienstag, 6. Januar 2009
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Mühle

Mühle ist ein einfaches Brettspiel für 2 Spieler, bei dem der Zufall keine Rolle spielt. Das Grundprinzip ist es, drei Spielsteine in eine Reihe zu bekommen. Mühle wird auf einem Spielbrett gespielt, mit 3 ineinanderliegenden Quadraten mit Verbindungslinien in den Seitenmitten.

Als Spielfiguren werden 9 schwarze und 9 weiße runde, flache Spielsteine verwendet, diese sind gewöhnlich aus Holz oder Kunststoff. Andere Farben sind natürlich auch möglich.

Allgemeines
Mühle ist ein Spiel mit vollständiger Information. Zudem ist es ein gerechtes Spiel; d.h. es konnte nachgewiesen werden, dass weder der An- noch der Nachziehende zwingend gewinnen kann. Bei gleichstarken erfahrenen Gegnern endet das Spiel deshalb oft unentschieden. Bereits 1993 wurde das Spiel von Ralph Gasser an der ETH Zürich erstmals komplett gelöst. Der Informatiker Peter Stahlhacke berechnete das Spiel auf seinem Heimrechner neu. Die 17GB große Datenbank mit allen Stellungen wurde auf der Spieleseite Inetplay als das perfekt Mühle spielende Programm Mr. Data veröffentlicht: Link zur inetplay-Seite

Im Vergleich zum Schachspiel ist Mühle variantenärmer.

Geschichte180px-MuehlespielAlt

In Europa ist das Mühlespiel seit der Bronzezeit bekannt (Grabbeigabe in Cr Bri Chualann in Wicklow/Irland). In Deutschland wurden verschiedene Variationen der Mühle, wie z.B. die Neunermühle, die Rad- oder Rundmühle, sowie die Dreiermühle bei Ausgrabungen römischer Grenzbefestigungen (Siehe auch: Limes) entdeckt. Aber auch in China ist das Spiel seit ca. 2000 Jahren bekannt. Vermutlich gehört dieses Taktikspiel zu den ältesten Brettspielen überhaupt.

Vom 12. bis zum 18. Jahrhundert gehörte das Mühlespiel zu den beliebtesten Brettspielen in Europa. Erst ab Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Mühle vom Schachspiel nach und nach verdrängt.

Spielablauf

Das Spiel läuft ab in 3 Phasen:

Setzphase - die Spieler setzen abwechselnd je einen Stein, insgesamt je neun, auf Kreuzungs- oder Eckpunkte des Brettes
Zugphase - die Spielsteine werden gezogen: pro Runde darf jeder Spieler einen Stein auf einen angrenzenden, freien Knotenpunkt bewegen.
Endphase - sobald ein Spieler nur noch 3 Steine hat, darf er mit seinen Steinen springen: Der Spieler darf nun pro Runde mit einem Stein an beliebige freie Knotenpunkte auf dem Brett springen. Sobald ihm ein weiterer Stein abgenommen wird, hat er das Spiel verloren.
Wenn ein Spieler drei Steine auf nebeneinanderliegenden Feldern hat, nennt man dies eine "Mühle", und er darf einen beliebigen Stein des Gegners aus dem Spiel nehmen, sofern dieser Stein nicht ebenfalls Bestandteil einer Mühle ist. Eine Ausnahme bildet die Endphase des Spiels, in der dem Spieler, der nur noch über 3 Steine verfügt, auch eine geschlossene Mühle zerstört werden darf. Diese Regel ist regional verschieden.


Strategie
Die roten Steine bilden eine so genannte "Zwickmühle", dies bedeutet, dass der rote Spieler bei jeder Runde eine Mühle schließen kann. Dies erlaubt ihm, die Steine des Gegners schnell zu dezimieren.

Insbesondere während der Anfangsphase des Spieles ist es weniger wichtig, frühzeitig Mühlen zu bilden, als vielmehr, eine große Beweglichkeit seiner Steine sicherzustellen. So sind die vier Kreuzungspunkte des Mühlebrettes bevorzugt zu besetzen, während die Eckpunkte zu meiden sind.

Varianten
Die Lasker-Mühle mit 2 Regeländerungen: (1) Die beiden Phasen werden nicht voneinander getrennt, d.h. es steht den Spielern frei, einen Stein zu ziehen oder einen Stein zu setzen. (2) Es wird mit je 10 Steinen gespielt.
Es gibt auch Spielvarianten, bei denen die drei Quadrate des Spielbrettes durch regelmäßige Fünf- oder Sechsecke ersetzt sind. Die Anzahl der Spielsteine je Spieler steigt dann auf 11 bzw. 13 an, die Regeln bleiben sonst gleich.
Auch gibt es zwei Varianten, das Mühle-Spiel in die dritte Dimension zu verlagern. Bei der Variante "Raummühle" versucht man, auf 4 x 4 Stäben eine Reihe von 4 Kugeln zu bekommen. Die Regeln sind ähnlich dem "Vier gewinnt". Bei der Variante "Kubusmühle" handelt es sich um 3 ineinander geschachtelte Würfel, die so mit Stäben verbunden sind, dass jede Seite des größten Würfels ein Mühlebrett bildet. Nun wird quasi auf 6 Mühlebrettern gleichzeitig gespielt. Die Regeln sind dieselben wie beim klassischen Mühlespiel. Nur hat man 18 Kugeln (welche man an den Schnittpunkten der Stäbe und Würfeln befestigen kann) und springen ist dann erlaubt, wenn man weniger als 7 Kugeln hat.
Bei der oben abgebildeten Radmühle (auch Rundmühle) handelt es sich um eine römische Variante, die mit lediglich 3 Steinen pro Spieler gespielt wurde. Wer zuerst eine Mühle besaß, hatte gewonnen.
Die erwähnte Dreiermühle besaß wie die Neunermühle ebenfalls 9 Spielpunkte, jedoch fehlten die beiden Diagonalen. Sie wurde mit nur 3 Steinen je Spieler gespielt.

 

 
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