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Dienstag, 6. Januar 2009
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Durak


Durak ist das traditionelle russische Kartenspiel. Der Name bedeutet Dummkopf (russisch дурак); so wird der Verlierer des Spiels bezeichnet. Das Ziel ist es, möglichst früh ohne Karten da zu stehen.

Regeln
Es wird mit einem französischem Blatt mit 36 Karten (6-10, Bube, Dame, König, Ass) gespielt, es ist allerdings auch möglich, mit 32 Karten (ohne die Sechser) zu spielen. Durak kann mit 2 bis 6 Teilnehmern gespielt werden. Es wird im Uhrzeigersinn gegeben und angegriffen.


Begriffe
Angreifen
Ein zum Angriff berechtigter Spieler spielt eine Karte aus.
Decken oder auch Abschlagen
Der Verteidiger spielt eine Karte auf eine Karte mit der er angegriffen wurde.

Spielverlauf
Es werden 6 Karten an jeden Spieler ausgeteilt. Nun wird die Trumpffarbe bestimmt, indem

der Geber seine letzte Karte zeigt, falls mit sechs Spielern gespielt wird
eine der verbleibenden Karten gezogen und gut sichtbar unter den Stapel mit den verbleibenden Karten gelegt wird, falls mit 5 oder weniger Spielern gespielt wird. Diese Karte gehört mit zu dem Stapel, von dem im weiteren Verlauf des Spieles Karten gezogen werden.
Derjenige mit dem niedrigsten Trumpf fängt an. Er darf seinen linken Mitspieler mit bis zu 4 Karten des gleichen Wertes angreifen. Der Angegriffene darf sich daraufhin verteidigen indem er die Angriffskarten mit höheren Karten der gleichen Farbe (oder mit Trumpfkarten) deckt. Trümpfe können natürlich nur mit höheren Trümpfen gedeckt werden. Nun dürfen die Nachbarn des Angegriffenen Karten mit demselben Wert wie bereits liegende Karten (Angriffs- sowie Verteidigungskarten) hinlegen, um weiter anzugreifen. Ein Spielzug ist beendet, wenn keiner der Angreifer angreift oder der Angegriffene sich nicht verteidigt.

Hat der Angegriffene sich erfolgreich verteidigt, werden die gespielten Karten aus dem Spiel genommen und der Verteidiger erhält das Angriffsrecht. Hat sich der Angegriffene nicht erfolgreich verteidigt, muss er die gespielten Karten aufnehmen und sein linker Nachbar erhält das Angriffsrecht.

Nach jedem Spielzug werden Karten nachgezogen, bis jeder wieder 6 hat oder keine Karten mehr auf dem Stapel sind. Als erstes zieht der erste Angreifer, dann der zweite und zuletzt der Verteidiger. Dies gibt dem Verteidiger einen kleinen Vorteil falls nur noch wenige Karten auf dem Stapel liegen.

Beim ersten Angriff darf nicht mit mehr als 5 Karten angegriffen werden, später nicht mit mehr als 6, auch wenn der Verteidiger mehr Karten auf der Hand hat. Wenn ein Spieler allerdings am Ende des Spiels nur noch drei Karten auf der Hand hat, kann er auch nur mit drei Karten angegriffen werden.

Hat ein Spieler keine Karten mehr auf der Hand und keine Möglichkeit zum Ziehen, dann scheidet er erfolgreich aus dem Spiel aus. Es gibt keinen eigentlichen Gewinner, nur einen Verlierer, den Durak/Dummkopf, der als letzter noch Karten auf der Hand hatte. Werden die letzten gespielten Karten gedeckt, kommt es zu einem Unentschieden.

Beim nächsten Spiel muss der Verlierer mischen und wird von seinem rechten Nachbarn angegriffen.


Varianten
Wie bei fast allen Kartenspielen gibt es sehr viele Auslegungen der Regeln, was es nötig macht, dass die Teilnehmer sich vor dem Spielen auf gemeinsame Regeln einigen. Allerdings ist das Spiel sehr flexibel und erlaubt beispielsweise das Spielen mit zwei oder mehr Kartendecks oder das einbeziehen der 2er- bis 5er-Karten, sodass mehr Spieler teilnehmen können.

Die meisten Unstimmigkeiten herrschen darüber, wer das Spiel eröffnen soll. Mal wird der Verlierer angegriffen, mal darf er angreifen, mal sein rechter Nachbar. Mancherorts wird auch so gespielt, dass immer alle Mitspieler angreifen dürfen, was das Spiel viel schwerer, fast schon unfair macht. Eine Variante beinhaltet auch die Möglichkeit des Schiebens; dabei kann der Verteidiger, bevor er eine der Karten gedeckt hat, den Angriff weiterleiten, indem er eine gleichwertige Karte zu den angreifenden Karten legt. Bei einer anderen Variante muss hier eine gleichwertige Trumpfkarte nur gezeigt und nicht dazu gelegt werden.

Durak kann außerdem auch in Paaren gespielt werden. Dabei werden Paare gebildet (normalerweise 2, manchmal auch 6) und man setzt sich so hin, dass man immer nur die gegnerischen Spieler angreift. Hat ein Spieler gewonnen, so gewinnt auch sein Partner. Eine weitere Variante besteht darin, dass mit dem erfolgreichen Ausscheiden eines Partners der andere übernimmt und somit alleine gegen seine zwei Gegener (im weiteren Verlauf auch eventuell nur noch einen Gegener) weiterspielen muss. Auch in dieser Variante gewinnt jedoch letztlich das gesamte Zweierteam. Das Spiel zu zweit unterscheidet sich sehr stark von anderen, da es länger dauert und man genau weiß, was der Gegner auf der Hand hat und so das Spiel genau danach ausrichten kann.

Die häufigste Variante ist die Vodka-Variante: Dabei muss entweder der Durak oder der, der als erstes keine Karten mehr hat, nach der Runde einen „kurzen“ (2cl) Vodka trinken. Doch auch bei der Vodkaregel gibt es Unterschiede. Sollte ein Spieler zweimal hintereinander verlieren, so muss er 2 Kurze trinken, man bezeichnet ihn auch den Doppeldurak. Sollte ein Spieler es schaffen dreimal hinter einander zu verlieren, so nennt man ihn Dauerdurak. Er muss nun drei Kurze trinken.

Für die Taktiker gibt es eine weitere Variante. Die erfahrenen Durakspieler haben schon gemerkt, dass man fast Chancenlos ist, wenn der Gegner im Duell weniger Karten hat, als man selbst. So hat er beispielsweise noch das Trumpfass und selbst, wenn man dies weiß, so kann man nichts dagegen tun. Dafür gibt es die "Kreuzregel". Sie besagt, dass man Kreuz nur mit Kreuz abwehren kann. Dies hat zur Folge, dass man den Spieler zum aufheben zwingen kann, selbst wenn er das das Trumpfass auf der Hand hat. Sollte Kreuz Trumpf sein, so belibt es das alte "Klassikdurak."

 

 
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